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Frankfurt Halbmarathon 2017

Am vergangenen Sonntag stand der Frankfurt Halbmarathon auf der Tagesordnung und somit die Eröffnung der Laufsaison 2017 für mich.

Der Traum, die 2 Stunden zu knacken…

Schon bei der Anmeldung im vergangenen Jahr stand für mich fest, dass ich mein Training so gestalten wollte, dass ich den Frankfurter Halbmarathon unter zwei Stunden laufen wollte. Das große Ziel stand also fest: sub 1:59.

Ich erstellte mir also meine Pläne, wie immer durch das myasics-Portal und einen durch mein Polar-Portal. Hier fließt unter anderen mein aktueller Trainingszustand ein und die Vorhersagen werden (zumindest bei Polar) angepasst. Leider sagten beide Pläne, das es wohl nicht reichen würde und ich mit einer Zielzeit von 2:02:08 rechnen sollte. Nichts destotrotz trainierte ich und das ziemlich gut, wie ich fand. Der Januar lief gut und der Februar sogar noch besser – alle Läufen liefen über Durchschnitt. Ich konnte sagen, ich war gut vorbereitet.

Und seien wir doch ehrlich: Was sagt schon so ein Plan im Endeffekt aus? Er prognostiziert etwas, was eh von der Tagesform und zahlreichen anderen Dingen beeinflusst wird.

Der Tag vor dem Tag…

Man kämpft ja in der Vorbereitung vor einem solchen Lauf mit vielem: Krankheiten, Arbeitszeiten, Dunkelheit, Unlust oder gar Verletzungen. Bei mir lief alles gut, bis ein bissl hiervon und davon. Ein lockeres letztes Ründchen stand auf dem Plan. 20-30 Minuten laufen, alles im grünen HF-Bereich, nur keine zu großen Anstrengungen mehr.

Alles lief super, bis ich daheim ankam. Da kam mein größter Feind wieder um dich Ecke gesprungen: die Selbstzweifel. Ich kämpfe am Tag vor dem Rennen immer (!!!) mit ihm. Schnell springen mir dann die Gedanken „Das Training hat nicht gereicht.“ „Du bist nicht fit!“ oder „Du wirst nach der Hälfte der Strecke nicht mehr können.“ durch den Kopf. Das ist wie Prüfungsangst und davon darf man sich einfach nicht verrückt machen lassen, sondern hier lohnt es sich auf andere zu hören und das positive Feedback wie „Du bist fit und hast super trainiert…“ einfach mal anzunehmen.

Traditionell gibt es am Abend vorher immer Pasta und ein Entspannungsbad. Solche kleinen Rituale sollte man tatsächlich pflegen, sie stimmen immer schön auf den nächsten Tag ein.

Vorbereitung ist alles…

Bevor es ins Bett geht muss aber noch einiges erledigt werden. Ich hasse Chaos und will, wenn morgens 6:00 Uhr der Wecker klingelt nicht erst meine Sachen zusammensuchen müssen.

Also Sachen hinlegen, Startnummer nicht vergessen und alles was sonst so gebraucht wird. Auch für mein Frühstück stelle ich alles bereit. Auch hier gibt es immer das Gleiche: eine Tasse Kamillentee und zwei Scheiben Vollkorntoast mit Butter und Honig. Keine Experimente, denn das könnte schon das Aus bedeuten.

Mein 5. Halbmarathon…

Raceday. Kurz nach 6 klingelt der Wecker und alles klappt wie am Schnürchen: aufstehen, frisch machen, frühstücken, aufgeregt sein, Abfahrt. Eine Stunde vor Start bin ich an der Commerzbank Arena, die Sonne lacht, aber es ist a***hkalt. So verrückt wie andere Läufer bin ich nicht, ich werde nicht in Shorts und Top laufen, aus Erfahrung weiß ich schon, das um die Arena meist ein Windchen weht und es im Schatten beim Warten auf den Startschuss ziemlich kalt ist. Umziehen, Sachen verstauen und die Umgebung checken. Alles läuft routiniert ab. 10 Minuten vor dem Start gehe ich dann auch in den Startblock und suche den Ballon mit der 1:59 – von mir aus kann es jetzt losgehen, ich bin bereit. Aber der Startschuss verzögert sich – 10:05 Uhr sollte der Lauf starten, ich bin erst um 10:24 Uhr über die Linie gelaufen.

(Sorry, aber hier fehlte es an jeglicher Information warum es erst so spät losging. Bei den Leuten mir den kurzen Sachen stellen sich die Nackenhaare auf und das Erpelkostüm kommt zum Vorschein. Ich bin froh doch über meine langen Sachen, auch wenn ich weiß, dass es unten am Main ganz schön warm werden wird.)

5.388 Läufer im Ziel… und ich bin eine davon!

Der Start verläuft wie immer chaotisch, kaum ist man über die Startlinie und schon geht das Gerempel los. Nach den Engstellen und der Unterführung geht es Richtung Wald, auch hier ist es ehr wie ein Hahnenkampf – es wird gedrängelt und einige Läufer aus meiner Gruppe stürzen sogar – die Pacemakerin ist leider auch nicht von dieser Welt. Schade, ich beschließe also mein eigenes Ding zu machen und verabschiede mich schon innerlich von meiner Zielzeit.

… aber alles kommt anders.

Sobald wir auf offener Straße sind finde schnell einen guten Rhythmus und ein super Tempo, das ich auch gut halten kann. Die Stimmung an der Strecke ist gigantisch, was wohl auch dem spitzen Wetter geschuldet ist. Die 21 Kilometer verfliegen regelrecht – einzig der zähe Anstieg nach Kilometer 14 (Isenburger Schneise) hat es wirklich in sich und meine Beine fühlen sich wie Betonklötze an und die Runde ums Stadion kommt mir zum Schluss endlos vor. Aber der Blick auf meine Uhr sagt, ich habe es geschafft die sub 1:59 zu laufen.

Meine Pace überraschte mich – 5:40, 5:28, 5:31, 5:25, 4:53, 5:09, 5:13, 5:24, 5:33, 5:53, 5:27, 5:29, 5:38, 5:39, 6:11, 5:27, 5:26, 5:32, 5:27, 5:36. Für mich ein phantastisches Ergebnis, mit dem ich rundum zufrieden bin.

Das intensive Tempotraining hat sich ausgezahlt und somit lässt sich der erste Erfolgt für 2017 verbuchen. Strike!

Im Vergleich zum letzten Frankfurt Halbmarathon war ich 18 Minuten schneller und im Vergleich zu meinem ersten Halbmarathon ganze 37 Minuten. Dranbleiben und ab & an seine Komfortzone zu verlassen lohnt sich definitiv.

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